11. Juli 2006

Wusst ich's doch!

Ich will das Thema ja nicht überstrapazieren, aber hab's ich nicht gestern noch vermutet? Just heute verkündet es der Spiegel in seiner Online-Ausgabe:





(Quelle: http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,426118,00.html)

10. Juli 2006

Adieu Zizou!

Vor wenigen Tagen noch witzelte man "Finale ohne Zidane" - wer hätte gedacht, dass das Finale in den letzten Minuten tatsächlich ohne ihn stattfinden muss, weil Zizou sein wohlrasiertes Köpfchen und sein hitziges Temperament nicht im Zaum halten kann!?

Aber an dieser Stelle möchte ich mal eine Lanze für Zizou brechen.
Wie schwer einem die Beherrschung des eigenen Schädels auf dem grünen Rasen mitunter fallen kann, kann beim "Zidane Game" jeder am eigenen Leib erfahren!

Und überhaupt muss man sich mal in die Lage des Hünen versetzen - wer weiß, was Matratze ihm vorher gesagt hat:
Vielleicht ein kecker Spruch über seine Frisur?
Eine unflätige Bemerkung über seine Schwester?
Hat er ihm einen Franzosenwitz erzählt?
Oder gar dieses Foto gezeigt mit den Worten "Ha, Deine Landsleute sind alle hühnerrupfende, schwanzzeigende Trunkenbolde!"





















Wir werden es wohl nie erfahren, und eigentlich ist es ja auch egal. Zizous reuevolle Gedanken heute morgen und sein schmachvoller, unglamouröser Abschied sind doch mehr als genug Strafe für ein wenig Kopfstoßen. Den Stieren in Spanien ist man auch nicht ewig böse, wenn sie einen Torrero auf die Hörner nehmen.

4. Juli 2006

Gesehen in BW

Es gibt Tagungen, zu denen wird man nicht eingeladen und ist glücklich darüber.

Es gibt auch Tagungen, zu denen wird man nicht eingeladen und ist nicht in besonderem Maße glücklich darüber.

Dann wiederum gibt es Tagungen, zu denen man nicht eingeladen wird und sich schon ein wenig darüber ärgert, weil man gerne dabei gewesen wäre.

Hin und wieder jedoch gibt es Tagungen, zu denen man nicht eingeladen wird und regelrecht verzweifelt darüber ist, weil man sich permanent fragt, ob man nicht gerade ganz gewaltig etwas verpasst!!

26. Juni 2006

Die Welt zu Gast bei uns

Da ich noch allzu gut weiß, wie ich gezetert habe und Angst vor zeltenden Engländern verbreitet habe, die unsere Fußgängerzonen vollkotzen, will ich gar nicht viele Worte der Rechtfertigung verlieren sondern gestehe gesenkten Blickes ein, dass auch ich kapituliert habe.
Das Leben in einer WM-Stadt ist zu aufregend, um sich des Mitgerissenwerdens zu erwehren. Nur soviel: Die gigantische Marketing-Veranstaltung außenherum nervt ja wohl nach wie vor. Und Fußballwürste verursachen mir immer noch kaltes Schaudern. Trotz allem.


Aber genug der Worte. Hier ein paar Impressionen vom Spiel Frankreich gegen Togo am vergangenen Freitag.
















26. Mai 2006

Urlaubsfotos

Neulich war Tinifeliz mit großem Anhang auf einer Insel im Urlaub. Natürlich gab es dort jede Menge zu sehen und demnach auch zu fotografieren. Da jedoch Urlaubsfotos grundsätzlich einer breiten Weltöffentlichkeit vorenthalten werden sollten (was schließlich auch Angela Merkel meiner Lieblingszeitung, der Sun, versucht hat, auseinanderzusetzen), beschränke ich mich auf einige wenige Bilder, die weder eine sonnetankende Tinifeliz noch einen pittoresken Wochenmarkt mit Pepperonis, Knoblauchketten und glotzenden Fischen zeigen.


Bild 1 - Ob sich diese Süßigkeit in Ländern mit folternden Militärregimes wohl ebenso gut verkaufen würde?




Bild 2 - Interessant: "Talon Minuto" (frz: "Talon Minute") scheint eine umgangssprachliche Bezeichnung für jenes Ladenlokal zu sein, in dem Ferkel bei rauhem Hals ihre Stimme ölen lassen, um dann bei der Schlachtung auch ordentlich quieken zu können!




Bild 3- Andere Länder, andere Sitten: Während bei uns die Vogelgrippe-Panikmache ein diffuses Angstgefühl hinterlassen hat, welches uns noch immer einen großen Bogen um Tauben oder Schwäne machen lässt, ist im Süden auch großes Geflügel ein gern gesehener Gast auf jeder Gartenparty!

23. Mai 2006

Lanze für Tatjana & Foffi

Nachdem meine Freundin Pandora, wenn sie nicht gerade über die Gebärpflicht schimpft, neuerdings – und endlich – ihre Blog-Leserschaft an ihrem lyrischen Talent teilhaben lässt, habe ich jegliche Ambitionen der kulturell hochwertigen Unterhaltung begraben, denn im direkten Vergleich zu Pandoras Musenlimos würde ich wohl abschneiden wie Hera Lind gegenüber Wilhelm Genazino.

Diese Schmach will ich mir natürlich ersparen, und darum schlage ich heute einmal wieder die laute Trommel der Populärkultur: Heute breche ich eine große Lanze für Tatjana und Foffi!

Wer mich kennt, weiß, dass mich ab und an eine unüberwindbare Lust auf Trash-TV überkommt, aufgrund derer ich mir mitunter Sendungen reinziehen muss, die bei vielen Mitmenschen mit einer halbwegs passablen Bildung Stirnrunzeln bis Brechreiz hervorrufen würden. Die letzte mediale Meisterleistung in dieser Richtung ist – und ich schäme mich nicht dafür – die Doku-Soap "Tatjana & Foffi – Aschenputtel wird Prinzessin", welche uns montäglich über den Fortschritt der leider etwas verschnippelten Millionärswitwe Tatjana Gsell und ihres nicht nur adligen, sondern auch höchst attraktiven Gatten Ferfried Prinz von Hohenzollern (aka Foffi) bei den Hochzeitsvorbereitungen unterrichtet.

Allen Kritikern, die Tatjana und Foffi Mediengeilheit, Oberflächlichkeit und ein in höchstem Maße peinliches Verhalten vorwerfen, sei an dieser Stelle zwar Recht gegeben, doch möchte ich hier auch mal die guten Seiten von Tatjana präsentieren!

Man mag also über Frau Gsell sagen was man will, doch die folgenden Pluspunkte müssen ihr auch vom größten Stänkerer neidlos zugesprochen werden:


Bilder 1-4 - Kein Mensch kann behaupten, Tatjana habe keinen exquisiten Männergeschmack:



























Bild 5 - Ebenso wäre es vermessen, zu behaupten, Tatjana wolle durch einen übertrieben intelligenten Gesichtsausdruck von sich Reden machen:


Bild 6 - Außerdem ist die Aussage grundfalsch, Tatjana bevorzuge aus einem immensen Mangel an Selbstbewusstsein stets ein dezentes, unauffälliges Abend-Make-Up:


Bild 7 - Solange eine Kamera draufhält, ist sie ist sich auch entgegen aller Anschuldigungen keineswegs zu schade, ihre Füße bis zum Knie in einer Scheißewanne zu schwenken:


Bild 8+9 - Übertriebene Scham und Prüderie können ihr ebenfalls nicht zum Vorwurf gemacht werden:



Bild 10 - Ebensowenig wie mangelnde Wandlungsfähigkeit:


Bild 11 - Und: Niemals darf irgend jemand mehr behaupten, Tatjana sähe zu jung oder zu lieb aus für ihr Alter:


Wer Frau Gsell dies alles einmal selbst mitteilen will, kann das übrigens tatsächlich hier tun: tatjanagsell@web.de

Dass Tatjana so grenzenlos missverstanden und in der Sendung schändlich fehlportraitiert wird, entgeht natürlich auch dem künftigen Gatten nicht, weshalb er sich bei Arabella Kiesbauers vom Publikum eher unbeachteter N24-Talkshow zu folgender Aussage herabließ:

„Wir werden eine sehr klare Konsequenz ziehen. Wenn die Sendung vorbei ist, werden wir uns komplett zurückziehen. Dann werden wir keine Kommentare oder Interviews mehr geben, dann werden wir gar nichts mehr machen!”

Wer's glaubt, wird selig

meint

Tinifeliz

3. Mai 2006

Here comes the Sun

Meine bereits beschriebene Abneigung gegen die grassierende Fußball-Manie kann eigentlich nur noch getoppt werden von jener gegen gröhlende Fußballfans, die in wenigen Wochen mit dumpfen Stimmen dümmliche Lieder skandierend (wenn sie gewonnen haben) bzw. unsere Mülltonnen anzündend und Autoreifen plattmachend (wenn sie verloren haben) unsere Städte übervölkern werden.

Dabei weiß ich noch gar nicht, vor welcher "Fußballnation" (nicht Bestandteil meiner Liste Schöner Wörter) es mir am meisten graut.

Beim Erdbeerschorsch (dessen Würste der Woche ich sehr schätze) bin ich einer Antwort auf diese Frage ein Stück näher gekommen.

Ich schwöre, dass ich diesen Blog NICHT zu einem Ort verkommen lassen wollte, an dem sämtliche Klischees bedient werden, die die diversen Fußballnationen so hergeben. Aber… die Engländer machen es einem wirklich nicht einfach!!

Die Sun hat mal wieder den Vogel abgeschossen und ihren Fans einen großen Dienst erwiesen, in dem sie ihnen die wichtigsten Sprüche und – hier ist mein Herz dann wirklich ein wenig gehüpft – Fußballgesänge ins Deutsche übersetzt.

Das ist nicht nur überaus freundlich von der Sun, sondern auch sinnvoll. Der gemeine englische Fußballfan ist schließlich genau für diese Art von bildungsbürgerlicher Reisevorbereitung bekannt. Wem ist denn außerhalb von England noch kein Brite im Nationaltrikot begegnet, der nicht fließend ein paar Sätze in der jeweiligen Landessprache zu parlieren vermag?

Hier meine persönliche Top 3 der von der Sun übersetzten Sätze (die vielen "Sic!"s möchte man sich dazudenken; so steht's geschrieben:

Platz 3:
- Englisch: Score in a minute, we're gonna score in a minute
- Deutsch: Zählen in einer Minute, werden wir in einer Minute zählen

Platz 2:
- Englisch: It's coming home, it's coming home, it's coming, football's coming home
- Deutsch: Es kommt nach hause, es kommt nach hause, es kommt, fußball kommt nach hause

Platz 1:
- Englisch: God save our Gracious Queen
- Deutsch: Gott Speichern Unsere Liebenswürdige Königin

Dies belustigt mich. Was mir jedoch ernsthafte SORGEN bereitet, ist die folgende Übersetzung:
- Englisch: May I pitch my tent in your back garden?
- Deutsch: Darf ich mein zelt in ihrem garten aufstellen?


Aaah! Was zum Kuckuck haben die Engländer denn bitte bei uns vor???

HILFE!!!