16. März 2009

Lauschangriff

Um nervigen Telemarketing-Anrufen zu entgehen, ist es natürlich oberstes Gebot, nirgends seine Telefonnummer zu hinterlassen - auch wenn das entsprechende Feld mit einem Sternchen gekennzeichnet ist und ausgefüllt werden muss, wenn man den Wellness-Urlaub gewinnen oder die Gratisprobe Instant-Kartoffelbrei haben will - es soll ja wirklich Leute geben, die für so einen Quatsch in irgendwelchen Formularen ihre Daten hinterlassen und unten auch freudig das Häkchen bei "Mit der Nutzung meiner Daten für den lukrativen Weiterverkauf sowie für nervige Werbeanrufe erkläre ich mich einverstanden" setzen.

Wenn man es partout nicht lassen kann, sollte man idealerweise nicht die eigene, sondern "Franks" Nummer angeben, denn Frank geht ran!!

Hat man dies verpasst und kriegt demzufolge aufdringliche Anrufe von Herrschaften aus dem Outbound-Telemarketing, dann empfiehlt sich dringend der Einsatz des sogenannten Gegenskriptes!!! Einfach ausdrucken, neben das Telefon legen und im Bedarfsfall einsetzen!

Wem das zu aufwendig ist, der greife zum altbewährten Warteschleifenmittel: Sobald man erkennt, dass es ein unerwünschter Werbe-Anruf ist, kurz erwähnen, dass man eben das Nudelwasser abgießen müsse, da es sonst überkoche, und der Anrufer möge sich doch einen Moment gedulden.
Hörer daneben legen und einfach nicht mehr wiederkommen... Diese Methode empfiehlt sich natürlich nur, wenn man keinen wichtigen Anruf erwartet, führt aber i. d. R. dazu, dass man künftig in Ruhe gelassen wird!

11. März 2009

Deppenpasswörter

Ich erinnere mich noch gut an die Anfangszeit des Internets - nein, Moment, meine persönliche Anfangszeit, also die ersten Kontakte mit dem WWW (das war Ende 1995, was als "Anfangszeit des Internets" zu bezeichnen sicher einen Aufschrei in der Nerd- und Schlaue-Programmierer-Szene hervorrufen würde, die meinen Blog aber bestimmt sowieso mit Nichtlesen straft).

Also: Am Anfang meiner Surferei gab es noch nicht sehr viele Gelegenheiten bzw. Notwendigkeiten, irgendwelche Accounts mit einem Passwort zu schützen. An Internet-Banking war noch nicht zu denken, Ebay gab es noch nicht (an dieser Stelle übrigens herzlichen Glückwunsch) und Bücher wurden im Buchladen gekauft, ganz ohne die vorherige Abwägung von Amazon-Sternen und -Rezensionen.

Doch irgendwann kamen dann die Passwörter auf - und spätestens mit den ersten Praktika in Büros, in denen PCs benutzt wurden dämmern mir auch die ersten Erinnerungen an die Passwörter anderer Leute, die man flugs ausgetauscht, um noch irgend etwas zu erledigen. Da waren so Knaller dabei wie etwa "Bärchen", "Europa" oder "Schaukel" - da lacht das kalte Herz des Industriespions!!

Man möchte meinen, solche Zeiten sind vorbei. Sind sie aber nicht. Staun staun. Die Welt berichtete vor kurzem von einer Studie über die unsichersten Passwörter der Welt. Deren stellenweise wirklich amüsanten Ergebnisse möchte ich der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten - hier zumindest mal die besten 50:

  1. 123456
  2. password
  3. 12345678
  4. 1234
  5. pussy
  6. 12345
  7. dragon
  8. qwerty
  9. 696969
  10. mustang
  11. letmein
  12. baseball
  13. master
  14. michael
  15. football
  16. shadow
  17. monkey
  18. abc123
  19. pass
  20. fuckme
  21. 6969
  22. jordan
  23. harley
  24. ranger
  25. iwantu
  26. jennifer
  27. hunter
  28. fuck
  29. 2000
  30. test
  31. batman
  32. trustno1
  33. thomas
  34. tigger
  35. robert
  36. access
  37. love
  38. buster
  39. 1234567
  40. soccer
  41. hockey
  42. killer
  43. george
  44. sexy
  45. andrew
  46. charlie
  47. superman
  48. asshole
  49. fuckyou
  50. dallas

10. März 2009

Überbildet?


Da studiert man vierzehn Jahre, macht hundertvier verschiedene Abschlüsse, promoviert wie wild in der Gegend herum und rackert sich ab... und alles was man kriegt, ist ein lausiges Labor.
Die Welt ist nicht gerecht!

9. März 2009

Einfach weg II

Und schon wieder lautet meine Überschrift "Einfach weg", denn vor sechs Tagen ist das Kölner Stadtarchiv verschwunden. Und mit ihm 18 Regalkilometer voller Archivmaterialien, u. a. der Nachlass von Heinrich Böll.


Aber gestern hat sich nun auch die Befürchtung bestätigt, dass nicht nur ein Teil des Stadtgedächtnisses in einem frisch gebuddelten U-Bahn-Schacht verschwunden ist, sondern auch mindestens ein Menschenleben dabei ausgelöscht wurde. Der Junge war erst 17, und er hat die Warnungen der Bauarbeiter nicht gehört, weil er in seinem Bett schlief - der Bäcker war erst am Morgen von der Arbeit nach Hause gekommen. Mein Gott!!

Nun suchen sie nach dem zweiten Vermissten, und die Hoffnungen gehen gegen Null. Meine allerdings nicht. Ich kenne den Design-Studenten zwar nicht, aber ich denke (so wie auch im Fall des 17-jährigen) bis zuletzt "Der taucht bestimmt wieder auf!". Eine ganz ehrliche, penetrante Hoffnung. Oder ein blauäugiger Optimismus!?

"Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die da nach fünf Tagen noch jemanden rausholen!?" fragte mich einer. Warum war ich mir denn so sicher? Dass die Hoffnung immer zuletzt stirbt, weiß doch jeder. Und ist es naiv, wenn man Überlegungen anstellt wie "Vielleicht ist der ja spontan weggefahren und hat noch nicht mitgekriegt, dass er vermisst wird"? Keine Ahnung. Ich muss jetzt in die Südstadt fahren, weil ich dort einen Termin habe. Ich nehme mir vor, im Vorbeifahren ein wenig Naivität und Optimismus dazulassen, vielleicht können sie ihn dann lebend bergen. Niemals aufgeben!

19. Februar 2009

Einfach weg

Verschwunden! Was für eine furchtbare Vorstellung - ein Mensch verschwindet einfach so; schlimmstenfalls auch noch einer, der einem am Herzen liegt.

In Berlin ist das letzten Monat so geschehen - ein 27-jähriger Portugiese ist mitten in der Nacht irgendwo zwischen dem Geldautomaten und seiner WG abhanden gekommen. Nun wird er gesucht - von der Polizei, von seinen Freunden und allerlei Bloggern.

Was für ein furchtbarer Gedanke, jemanden auf diese Weise zu verlieren; und was für eine schreckliche Abwägung, wenn die Verwandten sagen, es sei besser, Klarheit zu haben, auch wenn man nur noch seinen Körper finde (so die Medienberichte).

Dass der Junge uns hier am Rhein begegnet, ist unwahrscheinlich, aber vielleicht ist ja unter meinen handverlesenen Hauptstadtlesern einer dabei, der ihn gesehen hat, darum tu ich das mindeste und poste hier mal die Vermisstenanzeige.

Hoffentlich taucht er bald wieder auf. Boa sorte, portugiesische Familie!!!


13. Januar 2009

Wiki@Night


Wenn einem langweilig ist, man vor lauter tanzenden Buchstaben nichts mehr texten mag, gleichzeitig aber auch viel zu faul ist, um ins Bett zu gehen, dann empfiehlt sich das lustige Wikipediasurfen. Am schönsten ist es, zufällige Artikel zu lesen. Noch schöner ist es, wenn man sich nachher vor Augen führt, was man so alles gelernt hat:
  • Die I. K. Hofmann GmbH ist ein europaweit tätiges Zeitarbeitsunternehmen mit Sitz in Nürnberg
  • Der Begriff Kiss Shot wird beim Poolbillard verwendet und gehört zu den Kombinationsstößen
  • Abd al-Aziz Bouteflika ist seit 1999 algerischer Präsident
  • Das Schmalblättrige Wollgras gehört zur Familie der Sauergrasgewächst
  • Ray Halbritter gehört dem nordamerikanischen indianischen Stammder Oneida an. Er gilt heute als der mächtigste Oneida überhaupt (Indianernamen habe ich mir immer etwas undeutscher vorgestellt)
Am allerschönsten aber ist es, wenn man dann plötzlich und unverhofft unter den immerhin 851.717 Einträgen auf einen Artikel aus der eigenen Heimat stößt und dabei noch etwas lernt!!
Zufälle gibt's...

Oder ist Wikipedia gar mit Googlemail verlinkt und liest auch meine Mails?

Sachdienliche Hinweise erbittet
Tinifeliz

10. Januar 2009

Heine am Rheine


Im Rhein, im schönen Strome,
Da spiegelt sich in den Welln,
Mit seinem großen Dome,
Das große, heilge Köln.

Im Dom da steht ein Bildnis,
Auf goldenem Leder gemalt;
In meines Lebens Wildnis
Hats freundlich hineingestrahlt.

Es schweben Blumen und Englein
Um unsre liebe Frau;
Die Augen, die Lippen, die Wänglein,
Die gleichen der Liebsten genau.

Heinrich Heine

5. Januar 2009