27. Mai 2011

Guten Tag (III)

Lieber spanischer Gemüseexporteur,

sag mal, hältst Du uns eigentlich alle für bescheuert? Oder machst Du Dich einfach nur lustig über uns und klopfst Dir jetzt zusammen mit Deinen Gemüseexporteurskollegen laut lachend auf die Schenkel wegen der blöden Deutschen, denen Du wirklich weismachen wolltest, dass Deine Gurken völlig okay waren, als sie Deine Gurkenschule verließen (*kicher*) - und dass sie sich (*prust*) erst mit EHEC angesteckt haben, als sie im Großmarkt auf den Boden gestürzt sind (*brüll*).Link
Ja klar, so muss es gewesen sein, Gemüseexporteur, genau so. Und irgendwie schmeckt heute der Rhein so süß... ich glaube, das liegt daran, dass da gestern jemand in Basel einen Zuckerwürfel reingeworfen hat.

Aber nix für ungut, Gemüseexporteur, dass die spanischen Gemüseexporte nicht mehr viel mit Gemüse zu tun haben, wissen wir ja spätestens seit "We Feed the World". Und die Wurzel allen Übels, mein Lieber, das seid doch eigentlich auch gar nicht Ihr, sondern - und da haben wir's wieder - die Massentierhaltung. Oder wollt Ihr uns etwa auch weismachen, dass die genetische Optimierung des "Zuchtmaterials" (manche Ultra-Reaktionäre sagen auch "Tiere" dazu) gar nichts damit zu tun hat, dass sich - zunächst eigentlich völlig harmlose - Escherichia-Coli-Bakterien so verändert haben, dass sie einen derartigen Schaden anrichten?

Kein Fleisch mehr zu essen ist eine Wohltat. Dass man jetzt aber auch bei Gemüse vorsichtig sein muss, macht mir ernsthaft zu schaffen. Und dass es sogar eine Bio-Gurke war, die mit EHEC-Bakterien behaftet war, sorgt bei mir für allergrößte Verunsicherung.

Wo führt das alles noch hin?
fragt
Tinifeliz

14. Mai 2011

Guten Tag (II)

Lieber Rewe!

Ich bin mir nicht sicher, ob Du das hier liest, aber ich habe Dir folgendes mitzuteilen:
Wenn Du diese Vielfalt an Süßigkeiten direkt vor der Kasse genau in Evas Augenhöhe (< 90 cm!) ausbreitest, dann bist Du selber schuld, wenn sie alle Kinder Buenos durch die Packung hindurch anbeißt, alle Kinderriegel in ihrer Hand schmelzen lässt und an jedem Überraschungsei herumdrückt.

Ich jedenfalls bin nicht länger bereit,
a) Dir zusätzliche Umsätze zu bescheren, indem ich die Sachen dann aus schlechtem Gewissen mit aufs Band lege oder
b) meiner Tochter jedesmal eine Mords-Szene zu machen und sämtliche Wartenden um mich herum an meinen persönlichen Erziehungstricks aus der Kategorie "Wie setze ich mich gegenüber einer Zweijährigen durch" teilhaben zu lassen.

Nein, lieber Rewe, fortan werde ich sie einfach gewähren lassen. Denn - vielleicht vielleicht - merkst Du das ja irgendwann mal, und dann lernst Du - wie viele andere Supermarktketten vor Dir auch schon - vielleicht daraus, dass man als einer der führenden Einzelhandelskonzerne auch ohne Quengelware an den Kassen auskommen kann.

Aber diese Lernerfahrung lässt vermutlich so lange auf sich warten, dass Eva dann schon alt genug ist, selbst zu wissen, dass sie die Finger von den Kinder Buenos lassen soll. Schade eigentlich. Vielleicht fang ich dann selber an, ab und zu ein wenig darauf herumzukauen, wenn keiner guckt.

11. Mai 2011

Schlacht- & Sachgeschichten

An dieser Stelle sollte man vermutlich dazusagen "Bitte nur ansehen, wer starke Nerven hat".
In diesem Fall spare ich mir diesen Kommentar, weil ich alle meine lieben Blogleser darum bitte, sich das hier anzusehen.
Es handelt sich laut Kommentar um Filmmaterial aus einem Schlachthof, der auch im Auftrag von Bioland schlachtet. Ob das stimmt, weiß ich nicht, dafür gibt es keine Belege. Aber auch wenn es ein konventioneller Schlachthof ist, frage ich mich: Kann das wirklich irgend jemand wollen? Warum muss das sein? Müssen wirklich alle Argumente der Nachhaltigkeit aufgezählt werden? Die Kalorienmengen, die notwendig sind, um eine Kalorie Schweine- oder Rindfleisch zu erzeugen? Die genaue Anzahl des Vielfachen, die die Rinderzucht im Vergleich zum gesamten Transportverkehr der Erde zur Erderwärmung beiträgt?

Oder reicht vielleicht einfach nur dieser Film?



Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nur ein paar Sekunden geschafft habe. Dem Blick der Kuh beim "Knocker" habe ich nicht standgehalten.
Vielleicht schaffen meine Leser mehr.

Und vielleicht hält es sogar länger vor als bis zum nächsten Wiener Schnitzel.

Tief erschüttert grüßt
Tinifeliz

4. Mai 2011

Danke Mama!

Seitdem meine Mama mir "Anständig Essen" geliehen hat, habe ich keinen Bissen Fleisch mehr runtergekriegt. Seit Wochen nicht mehr, es geht einfach nicht und ich will nicht. Und damit es nicht nachlässt, hab ich "Eating Animals" gleich noch hinterhergeschoben. Allein der Gedanke an Fleisch, brah. Die Ansicht döneressender Menschen. Die Auslagen der Metzgereien. Würg.

Ich könnte jetzt seitenweise darüber schreiben, allein mir fehlt die Zeit. Aber diese Tipps wollte ich loswerden, denn meines Erachtens sollte jeder Mensch diese beiden Bücher lesen. Mit dem Pubertätsvegetarismus, der sich bei vielen von uns Mädchen mit 14 oder 15 nach der Lektüre schlimmer Schlachthofreportagen eingestellt hat, hat das alles nicht viel zu tun. Und ich hab mich wochenlang darum herumgedrückt, wenn sie einem so ganz bestsellermäßig im Buchhandel entgegensprangen. Weil ich doch so gerne Fleisch esse und es einfach nicht wissen wollte. Und jetzt bin ich froh, dass ich sie gelesen habe.

Danke, Mama.